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Teofilo Stevenson Kuba 3x Gold bei Olympia
Er war wohl der beste Schwergewichtsboxer, der nie den Weltmeistergürtel tragen durfte: Teofilo Stevenson schlug auf dem Höhepunkt seines Könnens alle Angebote aus,gegen die Profiweltmeister Joe Frazier und Muhammad Ali anzutreten. Stevenson war dem Vergleich mit Ali nicht abgeneigt, wollte aber keinesfalls seinen Amateurstatus verlieren. Trotz mehrerer ernsthafter Anläufe kam dieser Kampf schließlich nicht zustande. “Was sind eine Million Dollar gegen das Vertrauen meines Landes. Ich liebe meine Heimat und den sauberen, fairen Amateurboxsport. Ich werde sie nie verraten”, erklärte er ganz im Sinne von Staatschef Fidel Castro. Die Frage, ob er auch als Profi Champion aller Klassen geworden wäre, bleibt Spekulation. George Foreman jedenfalls hatte damals wie viele andere kaum Zweifel: “Der beste Schwergewichtsboxer heißt Teofilo Stevenson. Keiner der heutigen Champs hätte gegen ihn eine Chance.” Stevenson war dreimal Olympiasieger Der mit Ehrungen überhäufte und mit zahlreichen Sonderrechten ausgestattete “Vorzeigesportler” begründete mit seinen Olympiasiegen 1972, 1976 und 1980 sowie seinen WM-Titeln 1974, 1978 und 1986 im Superschwergewicht den legendären Aufstieg der Faustkämpfer von der Zuckerinsel an die Weltspitze. Die Chance zum vierten und fünften Olympiagold wurde ihm durch die kubanischen Boykotte der Spiele 1984 und 1988 verbaut. Stevenson ist der Sohn einer sportbegeisterten Arbeiterfamilie mit sechs Kindern aus Las Tunas.
Sein Talent wurde vom deutschen Trainer Kurt Rosentritt entdeckt, der als Entwicklungshelfer aus der DDR auf die Zuckerinsel geschickt worden war. Dessen russischer Nachfolger Andrej Tscherwonenko schliff Stevenson weiter und übergab ihn an den einheimischen Meistercoach Alcides Sagarra. Der Stern des gerade 20-Jährigen ging bei den Spielen 1972 in München auf, als er zuerst die US-Hoffnung Duane Bobick und danach im Halbfinale den Deutschen Peter Hussing ausknockte. 1976 in Montreal schlug er Johnny Tate (USA) K.o., der nach Alis Rücktritt 1979 kurzzeitig Weltmeister war. Von den 321 Kämpfen seiner Karriere verlor Stevenson nur 22. Ein enger Freund von Fidel Castro Seine ohnehin schon große Popularität in der Heimat wuchs weiter, als er 1976 in die Nationalversammlung gewählt wurde, wo der ausgebildete Diplomsportlehrer bis heute der Kommission für Jugend und Sport angehört. Noch immer zählt er zum engen Kreis um Fidel Castro, der mit ihm jeden Erfolg feierte und ihn immer wieder gern als Nationalhelden präsentiert. Inzwischen ist Stevenson Direktor der kubanischen Sportorganisation “Inder” und Vizepräsident von Kubas Boxverband. Im Weltverband Aiba arbeitet er als Experte in der Technischen und der Regel-Kommission. “Ich habe nach 20 Jahren als Aktiver 1988 meine Laufbahn im Ring beendet. Aber das Boxen steht auch heute noch ganz im Mittelpunkt meines Lebens”, sagt er dazu. Amateurkarriere Teófilo Stevenson begann seine Boxkarriere 1966 vierzehnjährig im Halbmittelgewicht mit einer Niederlage. Von seinen ersten zwanzig Kämpfen verlor er vierzehn. Aufgestiegen in die Schwergewichtsklasse, wurde er 1968 kubanischer Juniorenmeister. Ein Jahr später erreichte er bei der kubanischen Landesmeisterschaft bereits das Finale, unterlag dort aber noch. Zwischen 1971 und 1986 wurde Stevenson schließlich zwölf Mal kubanischer Meister. Der erste internationale Erfolg gelang ihm mit dem Sieg bei der Zentralamerikanischen und Karibischen Meisterschaft 1970; einen Titel, den er in seiner Laufbahn sieben Mal erreichte. Olympische Spiele 1972 nahm Stevenson an den Olympischen Spielen in München teil. Im Halbfinale schlug er Peter Hussing und wurde, nachdem sein Finalgegner verletzungsbedingt nicht antreten konnte, erstmals Olympiasieger. Für seine überzeugende Leistung wurde er außerdem als erster kubanischer Boxer mit dem Val-Barker-Pokal ausgezeichnet. Bei den Spielen 1976 in Montréal und bei Olympia 1980 in Moskau verteidigte er jeweils seinen Titel und wurde damit erst der zweite Boxer nach László Papp, der drei aufeinanderfolgende olympischen Goldmedaillen gewinnen konnte. Eine weitere Chance auf einen Olympiasieg blieb ihm aufgrund des kubanischen Boykotts der Spiele in Los Angeles 1984 verwehrt. Weltmeisterschaften Stevenson wurde drei Mal AIBA-Weltmeister. Erstmals gewann er den Titel 1974 bei der ersten Box-WM der Amateure in Havanna, dabei schlug er im Viertelfinale erneut Peter Hussing. Bei der WM 1978 in Belgrad konnte er seinen Titel verteidigen und setzte sich dabei u.a. gegen Tony Tubbs durch. Nach der Einführung des Superschwergewichts trat er ab 1981 in dieser Gewichtsklasse an. 1986 gelang ihm in Reno der Titelgewinn im Superschwergewicht. Turniersiege - Olympiade: 1972, 1976, 1980 (1984 Boykott Kubas der Olympiade in L.A.)
- Weltmeister: 1974, 1978, 1986
- Chemiepokal – 1972, 1979, 1984
- Zentralamerikanische und Karibische Meisterschaft – 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1977, 1982
- Zentralamerikanische und Karibische Spiele – 1974, 1982
- Panamerikanische Spiele – 1975, 1979
Kampfbilanz Teófilo Stevenson gewann 302 Kämpfe und verlor 22. Alle Kämpfe von Teofilo Stevenson ( http://www.geocities.com/pedrinet/stevenson.html) |