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Culcay-Keth ist Weltmeister PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: SID   
Samstag, den 05. September 2009 um 07:03 Uhr

 

Ronny Beblik holt Bronze

Jack Culcay-Keth sank völlig erschöpft in die Arme von Trainer Wladimir Pletnew und war den Tränen nahe. Der 23 Jahre alte Weltergewichtler hatte sich bei seinem 7:4-Punktsieg über den Russen Andrej Samkowoj im Finale der Amateurbox-WM von Mailand völlig verausgabt und mit letzter Kraft dem Deutschen Boxsport-Verband (DBV) den ersten WM-Titel seit 14 Jahren beschert. Zudem bescherte Fliegengewichtler Ronny Beblik aus Chemnitz dem DBV Bronze.

"Ich bin überglücklich. Das ist der größte Moment meiner Karriere", sagte der neue Champion nach seinem Triumph. Immer wieder war der Darmstädter dem ungestüm angreifenden Russen geschickt ausgewichen und hatte schnelle Kontertreffer gesetzt. Beim Stande von 3:3 ging es in die letzte Runde, ehe Culcay-Keth schnell auf 6:3 davonzog. "Da war der ein oder andere streitbare Treffer dabei. Ich kann die Buhrufe einiger russischer Fans verstehen", sagte Disziplintrainer Roland Kubath.

Mit dem Sieg des gebürtigen Ecuadorianers Culcay-Keth, der im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie nach Deutschland gekommen war, erfüllten sich für den DBV endlich die Hoffnungen auf einen Titel. Letztmals gab es 1995 Gold bei einer WM. Damals sicherte sich Fliegengewichtler Zoltan Lunka (Halle) den Titel bei der Heim-WM in Berlin.

Deutsches Team auf einem guten Weg

"Wir sind zufrieden. Unsere junge Mannschaft hat sich achtbar geschlagen", sagte Kubath und zog ein positives WM-Fazit. Der Tiefpunkt mit den jeweils medaillenlosen Debakeln bei Olympia in Peking und der WM 2007 in Chicago scheint überwunden zu sein. "Wir sind auf einem guten Weg", meinte Kubath. Der Coach aus Speyer hatte erst Anfang April mit Disziplintrainer Harry Kappell (Klein Trebbow) die sportliche Verantwortung im deutschen Amateurboxen übernommen.

In Mailand hatten fünf der neun Kämpfer des DBV das Viertelfinale erreicht. Neben Culcay-Keth schafften Konstantin Buga (Velbert/Mittelgewicht), Rene Krause (Leverkusen/Halbschwer), Eugen Burhard (Osnabrück/Leicht) sowie Ronny Beblik (Chemnitz/Fliegen) den Sprung in die Runde der letzten Acht. Beblik stieß ins Halbfinale vor. In der Vorschlussrunde musste er sich jedoch McWilliams Arroyo aus Puerto Rico nach Punkten mit 7:9 geschlagen geben.

Der überglückliche Culcay-Keth rehabilitierte sich mit dem Sieg auch für die unglückliche Niederlage im EM-Finale von Liverpool 2008. Damals brach der Ringarzt den Kampf gegen Mohamed Nurudsinau (Weißrussland) ab, weil bei dem in Führung liegenden Darmstädter eine alte Augenverletzung aufgebrochen war. Auch bei Olympia in Peking 2008 hatte der hoch talentierte Weltergewichtler Pech. Gegen den stärker eingeschätzten Südkoreaner Kim Jung Joo holte er bis zum Ende ein 11:11, verlor aber wegen einer schwächeren Unterwertung.

Ronny Beblick knappes Aus

Das Finale verpasst hat dagegen der Chemnitzer Ronny Beblik. Der Fliegengewichtler musste sich in der Vorschlussrunde dem Puerto-Ricaner Arroyo McWilliams mit 7:9 geschlagen geben. Beblik, der damit Bronze gewonnen hat, lieferte dem favorisierten Puerto-Ricaner ein erbittertes Gefecht auf hohem technischen Niveau. Am Ende reichte es jedoch nicht für das Finale.

Der DBV hatte vor den Titelkämpfen, an denen 554 Boxer aus 133 Nationen teilnahmen, ein bis zwei Medaillen als Ziel für die neunköpfige Staffel ausgerufen. Zuletzt waren deutsche Faustkämpfer sowohl beim Olympia-Debakel in Peking als auch bei der WM 2007 in Chicago ohne Edelmedall geblieben.

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11. November 2009 um 16:53 Uhr